
Mutter und Kind

kunst • yoga • heilung
Oh, du schöner Marzipan siehst mich so verlockend an Deiner Augen weites Blau lässt mir nur denken: wow wie sehr es mich berühren kann dich anzusehn, mein Marzipan So schreib ich nen illustren Text der kein ästhetisch' Goldstück ist der aber mit Fug und Recht aus meines Herzens Tiefe spricht Aus der Tiefe meines Herzens nicht, weil's mir beliebt zu scherzen wähl' ich Worte, die sich reimen die wie Leim den Bausatz einen Den Bausatz, der der Text hier ist, der von der Liebe zu dir spricht der Liebe, die ich für dich habe so weit wie deiner Augen Farbe
(2020)
Komm, gib mir die Hand Denn ich habe gehört: Es gibt da ein Land in dem Liebe regiert Ich allein kann’s nicht finden Denn wir können’s nur kreieren wenn wir Seite an Seite auf Erden spazieren So nimm meine Hand Komm, wir sorgen dafür dass dies liebende Land Wirklichkeit wird
(2020)
Je der Schritt auf dem Weg mei nes Le bens führ te mich hier her: zu dir
Je der Schritt auf dem Weg mei nes Le bens führ te mich hier her: zu mir
In der Adventszeit 2018 unternahm ich in Köln die Aktion „Seeds of Love“. Das Werk ist als ein Beitrag zur sozialen Skulptur gedacht.
Für „Seeds of Love“ kaufte ich eine Box voller Äpfel und schnürte mit einem wollenen Faden je ein handgeschriebenes Kärtchen mit der Aufschrift „Fröhliche Weihnachten“ (Vorderseite) und „Ich wünsche dir Liebe, Licht und Wärme“ (Rückseite) daran. Die präparierten Äpfel lud ich anschließend in den Korb meines Klapprades und verteilte sie an obdachlose Menschen in der Kölner Alt-, Neu- und Innenstadt. „Darf ich dir einen Apfel schenken?“, fragte ich dabei. Die meisten sagten „ja.“
Warum der Apfel?
In der biblischen Erzählung von Adam und Eva führte das Essen eines Apfels vom Baum der Erkenntnis zum Ausschluss aus dem Paradies. In „Seeds of Love“ setzte ich den Apfel ein, um genau das „rückgängig“ zu machen: Der Apfel ist hier als inkludierendes Objekt gedacht. Er soll jenen Menschen das Gefühl von Inklusion und Zugehörigkeit schenken, die zuvor von der Gesellschaft aus dem kapitalistischen „Paradies“ ausgeschlossen wurden.
Gleichsam ist das Verteilen der Äpfel das Säen von Nächstenliebe. Die Samen der Äpfel mögen Keim dieser Liebe sein, die in den Herzen der Menschen sprießen darf.
Gerne übergebe ich „Seeds of Love“ all jenen Menschen, die sich berufen fühlen, diese Aktion zu reproduzieren. Wenn wir uns in vielen Städten auf den Weg machen, um jene zu beschenken, die wenig haben, können wir ein Licht in dunklen Stunden sein.
Eine bereichernde Erfahrung
Für mich war es eine bereichernde Erfahrung, mit „Seeds of Love“ durch Köln zu ziehen. Das Lächeln in den Augen eine*r Beschenkten zu sehen, löste in mir selbst das Gefühl von Licht und Wärme aus.
Ich gebe obdachlosen Menschen oft etwas Geld oder kaufe ihnen eine Zeitung ab (Nebenbemerkung: Der Karuna Kompass aus Berlin ist ein wirklich tolles Exemplar dieser Art. Einen Kauf kann ich jede*m nur empfehlen). Ihnen aber gezielt etwas persönliches zu schenken, war auch für mich neu. Am Anfang fühlte ich noch leichte Berührungsängste, ich wollte mich nicht aufdrängen. Da die Menschen sich aber so sehr über die Aufmerksamkeit freuten, legte sich diese Scheu im Laufe der Zeit. Ich fühlte Glück. Die Ernte meiner Saat?
Von den vorbeilaufenden Weihnachtsshopper*n nahm übrigens niemand Notiz von der Aktion.